Weisheiten


Im Buch „Der Prophet“, schreibt Kahlil Gibran von den Kindern: Die Kinder – sie kommen durch euch, aber nicht von euch, und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. Was würde der Autor des philosophischen Textes wohl dazu sagen, dass rund um das Besuchsrecht so häufig heftige Konflikte entstehen? Wie würden Richter, welche über das Besuchsrecht und das Sorgerecht entscheiden müssen wohl urteilen, wenn sie kurz vor der Verhandlung den Text von Kahlil Gibran lesen würden? Warum wollen wir als Eltern häufig nicht wahrhaben, dass die Kinder nicht uns gehören, sondern wir sie nur liebevoll ein Stück auf dem Weg durch ihr eigenes Leben begleiten dürfen.


Philosophische Texte:

Eure Kinder sind nicht eure Kinder. Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, und obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht. Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure Gedanken. Denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren Seelen. Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen. Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht nicht, sie euch ähnlich zu machen. Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt es im Gestern. Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende Pfeile ausgeschickt werden. Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit, und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile schnell und weit fliegen. Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude gerichtet sein. Denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt, so liebt er auch den Bogen, der fest ist. (Khalil Gibran)

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Kinder spiegeln unsere ungelösten Probleme wieder.

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Zuerst gibt man den Kindern Wurzeln, und dann lehrt man sie fliegen.

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Es hat keinen Sinn, Kinder zu erziehen – sie machen einem doch alles nach.

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Takt: Was ist das anderes als die Fähigkeit, mit liebender, einfühlsamer Fantasie in die Seinssphäre der anderen Wesen ohne Aggression einzudringen.

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Kinder sind Reisende, die nach dem Weg fragen.

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